Traditionell Chinesische Medizin - Einführung

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein Jahrtausende altes umfassendes Gesundheitssystem, das sich zurecht auch bei uns immer größerer Beliebtheit erfreut. Krankheit wird als ein energetisches Ungleichgewicht im Körper definiert; die in der TCM verwendeten therapeutischen Maßnahmen zielen darauf ab, den Körper in einen ausgeglichenen Zustand zurückzuversetzen und die Lebensenergien (Qi) zu stärken. Zur TCM gehören manuelle Therapien wie die Akupunktur und Tuina Massage, die 5 Elemente Ernährungslehre, Tai Chi und Qi Qong und die Phyto (Kräuter) therapie in Form von Fertig- oder beim Apotheker oder Händler angemischten Rezepturen. Die gesundheitliche Prävention durch Körperübungen und Ernährung steht im Gegensatz zum westlichen Ansatz, wo in den meisten Fällen erst therapiert wird, wenn das Kind schon im Brunnen liegt, im Mittelpunkt.

Traditionelle Chinesische Medizin und Artenschutz

Jeden Tag verlieren wir nach Angaben führender Wissenschaftler bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten. Dies ist in dem Ausmaß kein natürlicher evolutionärer Prozess, sondern eine Konsequenz des menschlichen Umgangs mit der Natur.

Viele dieser Arten sind noch wissenschaftlich beschrieben und das qualitative Ausmaß des Artenschwundes ist nicht zu definieren.
Viele der vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen sind auch deswegen bedroht, weil sie für medizinische Zwecke übernutzt werden. Die traditionell chinesische Medizin, die nur mit natürlichen Rohstoffen und keinen synthetischen arbeitet, trägt ihren Teil zum Artenverlust bei.

Die Verwendung von Tier- und Pflanzenarten für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist für sehr viele der vom Aussterben bedrohten Arten neben dem Lebensraumverlust zu einer der Hauptgefährdungen geworden. Mehr als 1500 Tierarten (968 davon Wirbeltiere) und mehr als 5000 Pflanzenarten (nur 200 davon werden kultiviert) sowie Mineralien, werden in der TCM verwendet.
 

Beispiele für die Nutzung bedrohter Arten durch die TCM


So werden die Knochen des Tigers und anderer Großkatzen wie dem Schneeleoparden u.a. gegen Rheuma und Gelenkserkrankungen eingesetzt, dem Rhino - Horn werden fiebersenkende Wirkungen zugesprochen und Bärengalle soll gegen Gallenblasenbeschwerden helfen. Seepferden sollen Asthma und Nierenbeschwerden lindern, gelten aber auch zerrieben und in einer Pflanzentinktur eingenommen als potenzsteigendes Mittel. Auch die bei uns so beliebte Ginsengwurzel ist aufgrund der Übernutzung der wildwachsenden Populationen ist mittlerweile bedroht.

Was können Sie tun?

Fragen Sie ihren TCM praktizierenden Arzt oder Heilpraktiker, ob die von ihm verordneten Rezepturen und Medikamente Teile von bedrohter Arten enthalten. Im Zweifel lassen Sie sich die Inhaltsstoffe deklarieren und fragen Sie beim Bundesamt für Naturschutz (BFN) www.bfn.de, oder schauen Sie im Internet unter der Artenschutzdatenbank www.wisia.de deren Gefährdungsgrad nach.

Fordern Sie Ihren Arzt auf keine solchen Medikamente oder Rezepturen zu verordnen. Weisen Sie ihn darauf hin, dass diese Arten durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen - CITES geschützt sind.