Das Einmaleins der Kennzeichnung von Futtermitteln:
Inhaltsangaben richtig lesen

Jeder Futtermittelhersteller ist gesetzlich zur Kennzeichnung des Futters verpflichtet. Das Lesen und richtige Interpretieren, was in dem Futter enthalten ist und was nicht ist eine Wissenschaft für sich und nicht verbraucherfreundlich. Im folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick, wie die Etiketten zu interpretieren sind.

Gesetzliche Vorschriften für die
Kennzeichnung von Mischfuttermitteln:


1. Bezeichnung des Futtermittel
(z.B. Alleinfuttermittel, Ergänzungsfuttermittel, Beifutter).

2. Feuchtigkeitsanteil, wenn dieser größer als 14% ist.

3. Futterinhaltsstoffe. Unter dem Label Zusammensetzung finden Sie hier aber nicht die einzelnen Zutaten aufgelistet, sondern eine für den Laien schwer interpretierbare Nährstoffanalyse des Futters. Sie finden stattdessen Aussagen über Kategorien. Detailerläuterungen finden Sie hier.

4. enthaltene Einzelfuttermittel bzw. Futtermittelgruppen (siehe Detailerläuterungen unter: Woraus ist das Futter zusammengesetzt?).

5. Nettogewicht.

6. Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Herstellerdatum.

7. Zusatzstoffe.

Woraus besteht industriell gefertigtes Hunde- und Katzenfutter?


Unter der Rubrik Inhaltsstoffe finden Sie nicht die Zutaten aufgelistet, sondern eine Analyse der Nährstoffe. Folgende Inhaltsstoffe müssen dabei in Prozent angeben werden, jeweils bezogen auf 100 g Futter:

1) Feuchtigkeit wenn größer als 14 %
2) Rohasche
3) Rohprotein
4) Rohfett
5) Rohfaser

Was bedeutet Feuchtigkeit?


Mit Feuchtigkeit ist der Wassergehalt des Futters gemeint. Der gängige Feuchtigkeitsanteil von um die 80% bedeutet demnach einen Wassergehalt von 80%.

Was bedeutet der Begriff Rohasche?


Rohasche beinhaltet alle mineralischen Bestandteile des Futters, d.h. nicht nur lebenswichtige Mineralstoffe, sondern auch wertlose Substanzen wie z.B. Sand.

Was bedeutet der Begriff Rohprotein?


Die in der Nahrung enthaltene Eiweißmenge wird als Rohprotein bezeichnet, dies ist allerdings nur die Gesamtmenge an Eiweiß. Die Kategorie sagt nichts über die Qualität des Eiweißes aus, noch wird zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiß unterschieden und man erhält auch keine Informationen über die Verdaulichkeit.

Was versteht man unter Rohfett?


Rohfett bezeichnet alle im Futter enthaltenen Fette. "Mit steigenden Fettgehalten im Futter nimmt bei sonst gleichen Bedingungen der Energiegehalt linear zu; proportional müssen auch die Gehalte der übrigen Nährstoffe ansteigen". (Meyer und Zentek 2004)

Was sind Rohfasern?


Rohfaser bezeichnet die Ballaststoffe, also die schwer bis unver-
daulichen Komponenten pflanzlicher Herkunft. "Geringe Mengen sind für die Regulation der Darmtätigkeit ebenso wie für die Stabilisierung der Kotkonsistenz unentbehrlich". (Meyer und Zentek 2004)


Die Rubrik Zusammensetzung


Unter den Rubriken Zusammensetzung sollten Sie Angaben über die verwendeten Einzelfuttermittel finden, die "entweder in % oder in absteigender Reihenfolge ihrer Anteile aufgeführt werden müssen". Leider erfahren Sie dabei weder etwas über die genauen Zutaten des Futters noch etwas über dessen Qualität.

Die gesetzliche Kennzeichnung wird laut Prof. Meyer und Prof. Zentek dadurch verwässert, dass "nicht jedes Einzelfuttermittel, sondern alternativ auch nur bestimmte Gruppen von Einzelfuttermitteln angegeben werden dürfen wie z.B. Fleisch und tierische Nebener-
zeugnisse oder pflanzliche Eiweißextrakte".(Meyer und Zentek 2004)

Was sind tierische Nebenerzeugnisse?


Konkret bedeutet dies, dass sich im Futter nicht nur Schlachtnebenprodukte wie Leber, Nieren, Lunge, Herz und gereinigte Mägen befinden können, die auch für den menschlichen Verzehr zugelassen sind, sondern eben auch Schlachtabfälle wie Borsten, Augen, Klauen, Krallen, Federn, Hörner und Wolle, die für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen sind und in Tierkörperbeseitigungsanlagen zusammen mit Tierkadavern zu Tiermehl verarbeitet werden.

Zugelassene Zusatzstoffe


Gesetzlich zugelassene Zusatzstoffe im Futter können neben Vitaminen und Spurenelementen auch Aroma und appetitanregende Mittel, Konservierungsstoffe, färbende Stoffe, Säureregulatoren, Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel, Bindemittel, Fließhilfsstoffe und Gerinnungshilfsstoffe sein.