Ernährung für Vegetarier und Veganer


Vegetarische Ernährung auf dem Vormarsch
Sich vegetarisch zu ernähren ist für viele Menschen in der westlichen Welt angesichts der tierquälerischen Lebensbedingungen in der Massentierhaltung sowie der Fleischskandale - von BSE, Schweinepest über Hühnerseuche - zunehmend eine Option.

In Deutschland ernähren sich nach einer Meinungsumfrage des Forsa Instituts vom 25.1.2001 rund 8 Prozent der Bevölkerung, sprich also 6 Millionen Menschen, fleischlos. In Großbritannien sind es 9% und in Schweden 7%. (Daten European Vegetarian Union 2004)

Besonders attraktiv ist die vegetarische Ernährung für Frauen: 13 Prozent der deutschen Frauen und 3 Prozent der Männer, leben vegetarisch. Eine Studie des Robert-Koch Instituts von 2002 stellt ergänzend fest, dass 16% der 18-24jährigen Frauen ausschließlich oder teilweise vegetarisch lebt.

Ausgewogene fleischlose Ernährung


Freiwillig vegetarisch zu essen ist nicht Teil unserer europäischen Kultur und es stellt trotz des riesigen Angebots an Nahrungsmitteln, die man in Deutschland erwerben kann, eine Herausforderung dar, sich hierzulande gesund und ausgewogen vegan oder vegetarisch zu ernähren.

In den 90er Jahren prägte sich der Ausdruck des "Puddingvegetariers" für einen Menschen, der seinen fehlenden Fleisch- bzw. Eiweißkonsum durch Kohlenhydrate, Käsebrote und Schokolade auszugleichen versuchte. Käse und andere Milchprodukte, das sei hier nur am Rande erwähnt, stellen keine Fleischalternative dar.

Viele Klienten, insbesondere Frauen in der Ernährungsberatung, haben einen Mangel an Eiweiß, der zu vielfältigen gesundheitlichen Problemen führen kann. Um einer Mangelernährung und einer Unterversorgung durch Eiweiß vorzubeugen, müssen Vegetarier lernen, ihren Eiweißbedarf aus den richtigen pflanzlichen Quellen zu decken.

Hülsenfrüchte und Pilze als Eiweißlieferanten


Die wichtigsten Gruppe sind die Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen), hinzu kommen Pilze und Nüsse. Eine mangelnde Versorgung von Vegetariern mit Kohlenhydraten ist in der Regel nicht der Fall. Für Vegetarier, die Eier essen, sind auch diese eine gute zusätzliche Eiweißquelle.

Schaut man nach Indien, wo mehr als 20% der Menschen vegetarisch leben, oder auch nach Lateinamerika, stößt man immer auf die Gruppe der Hülsenfrüchte, die Fleisch dort vollwertig ersetzen. In Deutschland sind Hülsenfrüchte leider noch sehr unbekannt. Galten sie doch früheren Generationen als die Kost des kleinen Mannes und außer der traditionellen Erbsen- und Linsensuppe mit Würstchen kennen nur wenige Menschen wohlschmeckende Hülsenfruchtrezepte.

Anders in der mittlerweile so gepriesenen Mittelmeerküche: Bohnen, Kichererbsen und Linsen haben dort einen festen Platz auf dem Speiseplan und die traditionellen Küche Italiens, Griechenlands, Spaniens sowie Nordafrikas kennt viele sehr wohlschmeckende Rezepte aus Hülsenfrüchten, die durch die richtige Zubereitung zudem sehr bekömmlich und schmackhaft sind.



Beratung für Vegetarier und Veganer und Menschen, die es werden wollen

In der Ernährungsberatung erhalten Sie nach einer ausführlichen Befunderhebung einfache, praktikable und konkrete Empfehlungen angepasst an Ihre individuelle Situation.

In der Beratung für Vegetarier wird neben dem Befund und der Feststellung der individuellen Konstitution, ausführlich über die richtige Eiweißzufuhr durch pflanzliches Eiweiß gesprochen, hinzu kommt die bekömmliche Zubereitung von Hülsenfrüchten und viele passende Rezepte.

Fleischlos ist nicht gleich Kraftlos


Fleischlos = Kraftlos, wie es die Lobbyisten der Fleischindustrie uns glauben machen wollen ist eine Formel die so nicht stimmt. Richtig ist jedoch, dass wir in Deutschland in einer Esslandschaft leben, die Vegetariern eine vollwertige Nahrungszusammenstellung nicht leicht macht. Vegetarier müssen sich ihre Speisen bewusster wählen. Käse ist keine Fleischalternative.

Die Beratung umfasst eine speziell für Sie zusammengestellte Lebensmittelliste. Aus der Liste geht hervor, welche Lebensmittel und in welcher Menge diese für Sie gut, empfehlenswert und welche zu vermeiden sind. Sie erhalten Rezeptvorschläge für ein wohlschmeckendes Frühstück, Mittag und Abendessen.

Sie bekommen Rat zur sinnvollen und bekömmlichen Zusammensetzung von Zutaten, Alternativen genannt für Lebensmittel, die nicht empfohlen werden sowie Hinweise zur praktischen Umsetzung der Empfehlungen.



Traditionelle Chinesische Medizin und Vegetarismus: (K)ein Widerspruch?

Essen in China


In der traditionellen chinesischen Diätetik spielt das Thema fleischlose Ernährung eine sehr geringe Rolle, was zum größten Teil kulturell bedingt ist. Fleisch war in China vor Einsetzen des Wirtschaftsboom eine Kostbarkeit, da selten. Die mittellose Landbevölkerung ernährte und ernährt sich vegetarisch aus Mangel an Alternativen.

Die chinesische Diätetik hingegen entwickelte sich aus der Tradition der Taoisten, Lehren die früher nur den privilegierten Schichten zugänglich waren. Dies spiegelt sich in den Ernährungsempfehlungen wider in Hinblick auf den Wert und Nutzen von Fleisch, etwa nach dem Motto: was so kostbar ist, muss sehr gut sein. Fleisch an sich ist auch kein schlechtes Nahrungsmittel und wer Fleisch isst, insbesondere aus artgerechter Haltung, schadet seinem Körper nicht. Es ist aber auch nicht so, dass Fleisch ein Stück Lebenskraft wäre, ohne dass man nicht gesund leben könnte.

Das chinesische Rindfleisch: die Sojabohne


Fakt ist, der menschliche Körper braucht Eiweiß und dieses Eiweiß muss er sich aus der Nahrung holen.

Fakt ist zudem, dass Vegetarier sich mehr Gedanken über die sorgfältige Zusammensetzung ihrer Nahrung machen müssen, um eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß zu gewährleisten.

In China hat die Landbevölkerung gute Wege gefunden, das Eiweiß zu ersetzen, indem aus der Not eine Tugend gemacht wurde und der wichtigste Eiweißlieferant, das Rind Chinas, die Sojabohne in vielen Formen und Zubereitungsformen Eingang in die chinesische Küche fand.

Die europäische Situation ist eine andere. Wenn auch insbesondere die nordeuropäischen Küchen sehr fleischlastig sind, gibt es doch, insbesondere in den letzten 40 Jahren eine zunehmende Kultur des freiwilligen Verzichts auf Fleisch. Wenn wir uns zurecht schaudernd abwenden, angesichts der brutalen Umgehensweise der Chinesen mit Tieren, muss bedacht werden, dass Mitgefühl als gesellschaftliches Konzept in der chinesischen Kultur nicht existiert, schon gar nicht für Tiere.

Mitgefühl für das Leiden der Tiere als Teil der westlichen Kultur


Unser zu Recht öffentlich zur Schau getragenes Mitgefühl für das reale Leiden der Tiere stößt in China und vielen anderen Teilen Asiens, mit Ausnahme von Indien, auf das allergrößte Unverständnis.

Unsere westliche Kultur ist nicht zuletzt geprägt durch das christliche Erbe des Mitgefühls, ein Mitgefühl nicht nur für unseren Nächsten, sondern viele Menschen empfinden dieses auch für die Tiere, die ihr Leben mit uns teilen. Erinnert sei hier an den italienischen Franzis-
kanermönch Franz von Assisi oder den evangelischen Theologen Albert Schweitzer, der mit seinem Postulat der Ehrfurcht vor dem Leben auch die Achtung vor dem Tier als Mitgeschöpf meint.

Im Rahmen der fünf Elemente Ernährung wurde das Konzept aus der chinesischen Medizin übernommen und auf westliche Ernährungs-
gewohnheiten übertragen. Es wird nicht chinesisch, sondern europäisch gekocht, so dass eine vegetarische Ernährung keinerlei Probleme im Rahmen dieser Ernährungsweise darstellt.



Ernährungscoaching für Vegetarier und Veganer

Das Coaching umfasst eine individuelle Begleitung und Beratung in allen Ernährungsfragen über einen längeren Zeitraum. Damit soll eine möglichst reibungslose Umstellung auf eine nachhaltig ausgewogene und gesunde vegetarische Ernährung gewährleistet sein.

Der zeitliche Rahmen umfasst 4 Termine: Befund und Ernährungs-
beratung sowie 2 Nachtermine im Abstand von drei Monaten.